|
Besucherrekord am Sachsenring
So schnell ist ein Wahnsinns-Wochenende schon wieder vorbei... noch vor einer Woche haben wir uns gefreut wie die Schneekönige, daß die ersten Camper schon am Samstag vor dem Motorrad-WM-Lauf am Sachsenring eingetrudelt waren. Ab Mittwoch war der Berg der Berge schwer am Rocken, und hier und da wurden erste mürrische Stimmen über den "dauernden Krach" laut. Gottseidank nur vereinzelte, denn wenn ich heute, am Montag nach dem Rennen, vor die Türe trete, empfängt mich schon fast eine Friedhofsstille. Auch nicht wirklich schön. Na ja... alle Motorsportmuffel und Spaßbremsen haben ja jetzt erst mal wieder ein Jahr Ruhe...
Alles in Allem war es wie gewohnt eine anstrengende aber schöne Woche, man traf eine Menge Leute, die man nur dieses eine mal im Jahr sieht. Einzig das musikalische Rahmenprogramm war mal wieder eher unterirdisch, speziell auf dem Altmarkt in Hohenstein-Ernstthal. Nach dem Totalreinfall am Freitag zogen wir es dann am Samstag auch vor, mal dem Ankerberg einen Besuch abzustatten und uns die Coverband "Thor" anzuhören. Zum Markt-Freitag sei noch erwähnt, daß ich beim eilig eingeschobenen Schlecker-Besuch am Samstag Vormittag etliche Contra-Marktprogramm-Stimmen vernahm, die ob mangelnder Qualität der Veranstaltung gegen zehn oder halb elf den Heimweg angetreten hatten.
Thor... von einzelnen Bekannnten als tolle Coverband empfohlen, haben mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Lieblos gecovert, runtergespielt, irgendwie ein akustischer Einheitsbrei und besonders gesanglich meilenweit entfernt von SIX. Aber wenigstens hab ich mir jetzt von der "Konkurrenz" ein Bild gemacht
.
Sehr interessant war auch ein kurzes Gespräch am Rande mit einer Eisverkäuferin aus Annaberg, die den Wahnsinn MotoGP am Sachsenring nohc nie live erlebt hatte. Sie meinte am Samstag Abend nur "Boah das is ja irre, welche Menschenmassen sich hier treffen.." und ich versicherte ihr, daß das zum Sonntag hin noch immens steigerungsfähig sei. Es war auch so... alleine am Renntag hatten sich ca. 101.300 Menschen am Sachsenring eingefunden, übers ganze Wochenende waren über 230.000 hierher gepilgert. Bei solchen Zahlen fragt sich der logisch denkende Mensch, welchen Sinn es aus Sicht eines Rechteinhabers und Veranstalters macht, irgendwo in der Wüste vor 3 Scheichfamilien bei Nacht unter Flutlicht zu fahren, wenn man anderswo auf der Welt ein solches Spektakel auf die Beine stellen kann... für derlei Logik fehlt mir und unzählbaren anderen wohl der Sinn für Gier.
Viele von weit her angereiste Rennbesucher tönten angesichts der unsicheren Zukunft des Sachsenrings im MotoGP-Kalender sogar, daß sie zu keinem anderen Deutschland-Grand-Prix fahren würden, weil der Sachsenring einfach Kult ist. Selbst etliche Camper riefen schon für nächstes Jahr zur Ankerberg-Gedächtnis-Party auf, sollte der Sachsenring den WM-Lauf verlieren. Fand ich irgendwie geil 
Fazit: es hat sich mal wieder gelohnt, der riesigen Menschenmenge zum Ring zu folgen. Der Tribünen-Sonnenbrand ist schon fast wieder vergessen, die Spuren der Parties werden bereits fleißig beseitigt, aber die Erinnerung muß reichen bis nächstes Jahr. Denn: nach dem Rennen ist vor dem Rennen
))
