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Luxuslärm live im Alten Gasometer - Heißen Dank an eine heiße Band für einen überirdisch genialen Abend!
Samstag, 13.11.2010. Für´s Logbuch: mein bzw. unser erster Konzertbesuch bei LUXUSLÄRM stand an, im Alten Gasometer in Zwickau. Ronny hatte die irgendwann Anfang des Jahres durch Zufall entdeckt, und ich selber – ich gestehe - als eifriger Zuseher der RTL-Soap „Alles was zählt“ lernte sie im Lauf des Sommers durch den Soundtrack zur Serie kennen, schätzen und mögen.
So war es denn auch nur normal, sich das Album „So laut ich kann“ zu besorgen. Es landete nach dem ersten Probelauf auch prompt auf dem iPod und läuft seither Schleife in Werkstatt, Auto und auch sonst. Im Wechsel mit SIX, versteht sich
und natürlich gerne MAILA, wenn deren Plattenfirma endlich mal aus der Soße käme...
Aber zurück zum Thema. Die Location machte einen interessanten Eindruck, ideal für Konzerte im kleineren Rahmen und sicher auch für Unplugged-Sessions. Der Rundbau ließ bei mir zwar leichte Zweifel an der Akustik aufkommen, die sich zu Beginn des Konzertes auch scheinbar bestätigten, denn es klang für meine Ohren anfangs etwas blechern und bass-arm. Das relativierte sich jedoch recht bald, und alleine schon Frontfrau Janine „Jini“ Meyer sorgte dafür, dass man von der ersten Sekunde an kaum noch auf solche Dinge achtete.
Braucht das Publikum bei vielen Konzerten „kleinerer“ Bands meist eine Weile zum Warmwerden, wurde man gestern sofort mitgenommen, ja mitgerissen. Man wurde nicht nur berieselt, sondern auf eine Art und Weise unterhalten, wie ich sie bisher bei nur ganz wenigen Künstlern erlebt habe. Die Luxuslärmer spulen nicht nur stur nach #Plan ihr Programm ab, sondern nehmen ihr Publikum mit auf eine Reise durch ihre eigene Geschichte. Der Unplugged-Teil etwa in der Mitte des Konzertes mit zumeist ruhigeren Songs war ein echtes Schmäckerchen, da konnte man schon mal „vergessen, zu vergessen“.
Ich ärgere mich jetzt, dass ich keinen Notizblock dabei hatte, denn mir gingen so viele Sachen durch den Kopf bei den tollen Texten von Luxuslärm... mehrmals am Abend habe ich einen so unglaublichen Motivations-Schub verspürt, das war echt spooky. Man kann vor den Jungs und Mädels wirklich nur den Hut ziehen – sie teilten einst das Schicksal vieler anderer junger Bands, die von den Plattenbossen belächelt, abgewiesen oder vertröstet werden, so wie aktuell etwa MAILA aus dem Spreewald. Jini ließ es sich verständlicherweise nicht nehmen, die Geschichte mit einer gehörigen Portion Ironie zu erzählen, denn mittlerweile stehen die gleichen Leute, die sie vor 4 Jahren mit den Worten „Euch braucht die Welt nicht“ nach Hause schicken wollten, wieder Schlange und haben natürlich „schon immer gewusst, dass Ihr mal ganz groß rauskommt“. Das bringt mich spontan wieder zu MAILA, mit denen nimmt es hoffentlich in Bälde eine ähnlich positive Wendung, denn aktuell verarscht man die auch von vorne bis hinten – das Album lieft fixfertig in der Schublade irgendeines Typen, der es einfach nicht auf die Reihe bekommt, die Scheibe zu vermarkten. Ob Faulheit oder Unfähigkeit – wer weiß, auf alle Fälle voll daneben. Aber: „Nichts ist zu spät, nichts ist vorbei“, und wer weiß, vielleicht eröffnet unsere Facebook-Initiative ja ganz neue Möglichkeiten und die MAILAs machen ihren Weg genau wie Luxuslärm ohne die schwerfälligen Herren in Hamburg. Ich würds mir und ihnen von Herzen wünschen.
ZU Herzen gehen viele Texte von Luxuslärm, die Stimme von Sängerin Janine tut ihr Übriges. So kann es einen schon mal ereilen, dass man mitten in einer Rocknummer wie etwa „Du weißt nicht, wie das ist“ in sich geht und denkt „Oh wie wahr... - es gibt so viel Arschlöcher auf dieser Welt, die es gar nicht wert sind, dass man sie kennt.“ Zu dieser Erkenntnis bin ich mehrfach gestern Abend gelangt...
Es ging natürlich nicht ohne Zugabe ab, als die Band nach vielleicht anderthalb Stunden ankündigte, die Bühne verlassen zu wollen. Es stellte sich in dem letzten Block auch heraus, dass einzelne Konzertbesucher bis zu 500km weit angereist waren – Respekt! Die gesammelten Kilometer aus der Umfrage bildeten die perfekte Überleitung zu „1000 km bis zum Meer“, bei dem das Publikum wie schon so oft an diesem Abend kräftig zum Mitmachen animiert wurde. Sprüche wie „Es ist Zeit zum Tanzen – ich will Eure Popo´s!“ sorgten immer wieder für zusätzliche Stimmung, wobei – mehr geht eigentlich gar nicht!
Beim Finale dann mein Absoluter Lieblingssong weil Motivationsfaktor >1000.000 - „Leb Deine Träume“ war es dann so weit. Der Text und der zu „Du weißt nicht, wie das ist“ ist wohl einer der stärksten, die ich aktuell kenne. Ich will nicht behaupten, dass es mir in meinem bisherigen Leben schon mal so RICHTIG schlecht gegangen wäre, aber das eine oder andere Erlebnis und diverse Leute haben ihre Spuren hinterlassen. Und wer mich und genau diese Geschichten kennt, der wird verstehen, dass ich mir da schon das eine oder andere Tränchen verdrücken musste
und das, obwohl beide Songs alles andere als melancholisch sind!
Das Publikum wollte sich mit dem letzten Song noch lange nicht zufrieden geben und so sangen wir den Refrain auch noch einige Minuten weiter, also die Band schon längst die Bühne verlassen hatte und die Lichter im Saal angingen. Ich hätte in dem Moment wirklich gerne Mäuschen gespielt im Backstage-Bereich...
Wir haben das Gasometer gestern Abend mit einem solch fetten Grinsen im Gesicht verlassen, dass ich heute noch die Lachfalten davon sehe. Und „Etwas bleibt“ immer zurück von so einem Abend, erst recht wenn er so grandioses Entertainment bietet wie dieser 13.11.2010.
Bleibt zu hoffen, dass die Erfolgskurve weiter steil nach oben zeigt, und ich weiß jetzt schon, dass ich bei der Unplugged-Tour 2011 auf alle Fälle wieder dabei bin!
